Was ist ein Furry?

 Das Furry Fandom


Gruppenbild der Harmonia Furry Tail – Final Fantasy XIV Gilde Frühling 2014

Eine Subkultur wie jede andere. Das Wort Furry (was übersetzt aus dem Englischem fellig) bedeutet ist ein Sammelbegriff für eine internationale Interessens Gruppierung, die sich für den Anthropomorphismus in Sachen Kunst (Schrift, Bild und Ton) und dem Lifestyle interessiert sind. Anhänger des Furry Fandoms assozieren sich auch mit einem (oder manchmal mehrerem) Alten Ego oder eher „Fursona“ (von dem Wort Persona abgeleitet), vertreten und leben diesen Charakter im Furry Fandom aus. Die meisten Mitglieder der Gruppierung stammen aus den USA, Japan, Großbritannien und Deutschland.

Was bedeutet Anthropomorphismus?
Das Wort Anthropomorphismus kommt aus dem griechischen anthropos (Mensch) und dem morphē (Gestalt, Form) und bezeichnet das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere, Gegenstände, Götter bzw. im Allgemeinen die Vermenschlichung auf (fast) alles mögliche. Die Eigenschaften eines Menshens können sich sowohl in Verhalten als auch in der Gestalt zeigen. Tierische anthropomorphe Wesen sind zum Beispiel der klassische Anubis aus der ägyptischen Religion, der Werwolf, auch Zeichentrickfiguren wie Usagi, Micky Maus, Roger Rabbits oder die Tiere aus Watership Down und sogar Fabelwesen wie Greife, Spinxe und Drachen wie Tiemeth, Bahamut, Nidhogg etc. gehören zu den anthropomorphen Wesen.
Der allgemeine Furry ist meistens aufrechtgehend, hat die komplette menschliche Anatomie, aber ist eher mehr Tier als Mensch vom Aussehen her.

Gruppenbild der Fursuiter an der Eurofurence 18

Was bedeutet es ein Furry zu sein?

Furry zu sein kann mehrere Gründe haben und da spalten sich die Meinungen und Gemüter.
Es gibt Furries, die sind nur wegen dem Lifestyle Furries, es gibt die, die aus spirituellen oder gar religiösen Gründen Furries sind, wobei sich manche, trotz das sie sich im Furry Fandom bewegen, sich selber klar vom Fandom distanzieren. Und es gibt auch solche die sich mit einem bestimmten (Lieblings-, Kraft, Seelen-)Tier verbunden fühlen oder starkes Interesse an der Tierwelt und/oder der Natur zeigen.

Furry United Conbookcover / Beispiel für ein typisches Furry-Kunstbild

Auch gibts es Furries die sich sehr stark im Bereich der Kunst bewegen und Bilder zeichnen, Lieder komponieren, Videospiele kreieren etc. Sogenannte Artisten verdienen sich auch damit ihr Lebensunterhalt oder ein Nebeneinkommen und stellen ihre Kunstwerke auch an den grossen Conventions und im Internet auf offiziellen Gallerien wie Deviantart, Sofurry, Furaffinity und so weiter aus.
Es gibt regelmässige Treffen wie Stammtische oder sogenannten Convention wie die Eurofurence oder Anthrocon und viele mehr, an der sich die Furries treffen, ihr Wissen austauschen, ihre Kunst ausstellen/verkaufen, an Workshops mitarbeiten oder zusammen Spenden für hilfsbedürftige Organisationen sammeln.
Auch verkleiden sich, ein prozentualer kleiner Teil des Fandoms, in Kostümen, sogenannte Fursuits, um ihr Fursona auszuleben, durch die Strassen oder gar Parks, Krankenhäuser, Heime etc. zu ziehen um den Leuten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, Spenden zu sammeln für hilfesbedürftige Organisationen, Spass zu haben oder einfach um etwas Aufmerksamkeit zu erlangen.
Solche Fursuits werden entweder selber hergestellt oder von professionellen Suitbaufirmen hergestellt wobei der Preis eines solchen Fursuits bei gut 1000 Euro beginnt und im dreistelligen Bereich aufwärts gehen kann.

Closeup-Gruppenfoto der Fursuiter an der Eurofurence 20

Soziale Verhältnisse im Fandom
Das Furry Fandom strahlt nach aussen sehr viel Akzeptanz gegenüber jede Person aus, sei es Sozialstand, Rang, Job, Rasse, Land oder Krankheiten. Insbesondere der Akzeptanz gegenüber der Sexualität ist sehr stark vertreten weswegen die meisten Mitglieder des Fandoms homo- oder bisexuel sind.
Zugleich ist das Fandom in einigen Formen auch ein seelisches Auffangbecken für die, die im „normalem“ Leben nie die Akzeptanz und Toleranz gefunden haben, die sie sich erwünscht haben. Dies führt zum Teils aber auch sehr oft dazu das, eben jene Akzeptanz missbraucht oder überstrapaziert ist, so das der Dramaanteil im Fandom relativ hoch ist, insbesondere wenn es um die Klischees des Fandoms geht; doch jede Subkultur hat seine Schattenseite.

Kleine Karrikatur wie Drama im Furry – Fandom gelegentlich vorkommt

Mediale Auswirkung auf Aussenstehende

Aussenstehende kriegen meistens nur das von Fandom mit was die Medien ihnen mitteilen, ausser sie erfahren es von erster Hand aus dem Fandom oder kennen jemand aus dem Fandom. Es sind dadurch auch Klischees entstanden, wie z.B. das die Furries den Akt der Sodomie oder reine Sexfetishisten seien die gerne in Tierkostümen den Sexualakt ausüben, psychisch total verkorste Menschen seien etc. Natürlich gibt es solche im Fandom die das wahrscheinlich ausüben tun oder auf die Klischees zutreffen, aber dennoch muss man dabei bedenken, das dies der Akt von einzelnen Personen sind und diese einzelne Personen nicht gleich das ganze Fandom sind. Zugleich werden durch die Aussagen der Medien gerne genau eben solche Leute angelockt, die dann ein falsches Bild vom Fandom haben und eben jenes Klischee noch weiter erfüllen.
Zugegeben, das Thema Sexualität oder Yiff, im Fandom genannt, ist im Fandom ein recht aktives Thema, womöglich durch eben die offene Akzeptanz, und wird auch sehr oft in Form der Kunst, Programme, Textrollingplay zelebriert, doch dies macht nicht gleich das ganze Fandom aus.
Das Furry Fandom zeigt sich in den Medien aber auch als eine Gruppierung an die in Tierkostümen Freude bereiten oder allgemein in Form von Kunst, Auftritten und sogar Produkten mit offizielen Firmen wie Blackpaw Creation, Rabbit Valley etc. ihre Kunst&Kreationen verkaufen oder gar Spendenaktionen für Hilfsorganisationen von WWF bis zu den ganz kleinen sammeln.

Foto der Übergabe des Spendenchecks der diesjährigen Eurofurence-Spendenaktion an die Wildtierhilfe Fiel e.V.

Wie enstand das Furry – Fandom?

Das Furry-Phänomen begann in den USA und erreichte Deutschland in größerem Stil etwa Mitte der 1990er-Jahre. Im Gegensatz zu den USA gibt es in Deutschland keine ausgeprägte Fanzine-Kultur.
Im Dezember 1994 wurde in einem Usenet-Posting erstmals die Furry-Convention „Eurofurence“ erwähnt. Sie fand zum ersten Mal im Juni 1995 in Kaiser-Wilhelm-Koog statt und hatte damals 19 Teilnehmer. Die Veranstaltung findet seitdem jährlich an wechselnden Orten in Europa statt und hat sich zur größten europäischen Furry-Con entwickelt. 2001 nahmen erstmals über 200 Personen teil, 2007 waren es 585 und 2010 bereits 973 Personen. Im Jahre 2014 über 2000. Im Jahre 2015 wird die Eurofurence im August in Berlin im Hotel Estrel stattfinden und voraussichtlich um die 3000 Besucher haben.

Gruppenfoto der Eurofurence 17 im Magdeburg Maritim Hotel

Kleines Eurofurence Video mit Ausschnitten von der Eurofurence 22

Unterschiede der regionalen Furries

So wie jeder das Furry Fandom anders sieht, so kann man dennoch die markantesten Unterschiede des Fandoms zwischen dem amerikanischem, europäischem und dem asiatischem Fandom erkennen.
Während das amerikanische Fandom das Furry Sein eher als eine Art Rollenspiel und Lifestyle ansehen, wird im asiatischem Raum das Furry Fandom mehrheitlich auf einer spirituellen oder gar religiösen Ebene angesehen das sich meistens mit dem Shintoismus oder gar dem Buddhismus verbindet.
Das europäische Fandom ist im wahrsten Sinne des Wortes das Aufeinandertreffen dieser zwei Fraktionen und vermischt die Kulturen miteinander. Deswegen gibt es auch Furries die z.b. mit der gleichen Fursona auf spiritueller Weise verbunden sind, sich aber selber auch rollenspieltechnisch oder aus Assozationsgründen als Avatar im Fandom bewegen.

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